Feldphase beginnt: teilnehmende Einrichtungen ausgewählt, Erhebungsinstrumente einsatzbereit!
Berlin, 30.09.2026. Nach intensiver Vorbereitungsphase startet die Erkundungsstudie „Professionalisierung durch Arbeitsteilung in der Frühen Bildung (PAQF-Studie)“. Die teilnehmenden Kindertageseinrichtungen wurden ausgewählt, sämtliche Erhebungsinstrumente entwickelt sowie die organisatorischen und datenschutzrechtlichen Voraussetzungen geschaffen. Damit beginnt nun die wissenschaftliche Untersuchung in den Einrichtungen. Die Leitung übernimmt Prof.in Dr. Weimann-Sandig: „Multiprofessionalität in Kita-Teams wird zu oft noch missverstanden. Zwar werden Kita-Teams zunehmend heterogener mit Blick auf Abschlüsse und berufliche Hintergründe, aber wirkliche Multiprofessionalität entsteht nur dort, wo unterschiedliche Professionen mit dem Ziel höchster Qualität zusammenwirken.“
Die Studie geht einer zentralen Frage nach: Wie können unterschiedliche Qualifikationen in Kita-Teams so eingesetzt werden, dass pädagogische Qualität gesichert, Fachkräfte arbeitsteilig zusammenwirken und Professionalisierung gestärkt wird? Ausgangspunkt ist die zunehmende Muliprofessionalität in den Kita-Teams. Denn heute arbeiten hier neben Erzieher:innen und Kinderpfleger:innen oder Sozialassistent:innen auch Heil- und Kindheitspädagog:innen, Erziehungswissenschaftler:innen und Personen mit einem Studium der Sozialen Arbeit. Die Vielfalt zeigt, dass sich die Arbeit in den Kindertageseinrichtungen in den letzten Jahren verändert hat.
Im Mittelpunkt stehen nicht einzelne Beschäftigte, sondern das pädagogische Team als Ganzes. Untersucht wird, wie Aufgaben tatsächlich verteilt sind, welche Tätigkeiten welche Qualifikationen erfordern und wie sich unterschiedliche Formen der Arbeitsteilung auf Teamqualität, Arbeitsbelastung und pädagogische Prozesse auswirken. Damit betritt die Studie wissenschaftliches Neuland und nimmt eine Perspektive ein, die in der deutschen Kindertagesbetreuung bislang kaum empirisch untersucht wurde. Sandra van Heemskerk, Bundesvorsitzende der komba gewerkschaft: „Mit der PAQF-Studie wollen wir zeigen, wie gute Teamarbeit in vielfältigen Kita-Teams gelingen kann. Denn die Teams verändern sich – auch durch die landesrechtliche Öffnung der Qualifikationsanforderungen. Die unterschiedlichen Kompetenzen im Team bewusst zu nutzen und wertzuschätzen, ist dabei entscheidend. Dafür wird die Studie wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse liefern und Orientierung für Praxis, Träger und Politik bieten“.
Für die Untersuchung wurde ein umfassendes Forschungsdesign entwickelt. Es umfasst unter anderem Dokumentenanalysen, digitale Teamtagebücher, Workflow-Analysen, Leitungs-interviews sowie Team-Workshops. Alle Instrumente wurden in den vergangenen Monaten entwickelt und aufeinander abgestimmt. Sie ermöglichen eine systematische Analyse der tatsächlichen Arbeitsteilung innerhalb pädagogischer Teams in Einrichtungen in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Thüringen.
Mit dem Beginn der Feldphase werden die ersten Einrichtungen besucht. Die Untersuchung erfolgt in mehreren Einrichtungen unterschiedlicher Träger und Einrichtungsformen und schafft damit eine belastbare Grundlage für den Vergleich verschiedener Organisationsmodelle. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, evidenzbasierte Empfehlungen für Träger, Politik und Praxis zu entwickeln und die Professionalisierung der Kindertagesbetreuung nachhaltig zu stärken. „Mit der PAQF-Studie wollen wir sichtbar machen, wie gute Teamarbeit in Kindertageseinrichtungen organisiert werden kann. Denn Multiprofessionalität ist kein Selbstzweck. Erst wenn sich unterschiedliche Kompetenzen sinnvoll ergänzen, wird sie zu einem Gewinn für die pädagogische Qualität.“, so Prof.in Dr. Dagmar Kasüschke, Vorstandsvorsitzende des pfv.
Die Erkundungsstudie ist auf elf Monate angelegt. Die Ergebnisse werden im Frühjahr 2027 erwartet und sollen wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der Personal- und Qualitätsentwicklung in der frühen Bildung liefern.
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